Vielleicht dem einen oder anderem bekannt ist der Bahnhof Eibenstock, oberer Bahnhof - so wie er bis 1975 im Erzgebirge in der damaligen DDR bestand. Eine Stichstrecke die die Anbindung des Ortes Eibenstock an die Eisenbahnlinie Aue - Adorf herstellte und als Steilstrecke betrieben wurde. Per Steigungen von 1:20 (auf 20 m Strecke 1 m Steigung) fuhren hier jahrelang Lokomotiven der sächsischen Baureihe 94.20 die es auch in HO als Lokmodell von PIKO gibt. Aber auch die 94.5-17 verkehrte hier früher. Von Karl-Friedrich Seitz gibt es gleich mehrere sehr sehenswerte Bildbeiträge zur Eibenstocker Steilstrecke bei DSO, mit vielen sehr schönen und interessanten Aufnahmen von der Strecke und dem Rangiergeschehen mit der sächsischen XI HT im oberen Eibenstocker Bahnhof aus den frühen siebziger Jahren. Manche werden einige diese wundervollen Aufnahmen vielleicht auch schon aus dem unten erwähnten Büchlein aus dem EK Verlag kennen. Unten stehend habe ich die sechs bislang erschienen Bildbeiträge aufgelistet. Beim anklicken der Links kann es sein, das man den Link bei DSO nochmals bestätigen muß. Vielen Dank an dieser Stelle für die Bilder an Herrn Seitz und viel Vergnügen beim Betrachten und Schwelgen!
Diesellokomotiven oder Triebwagen hat die Strecke nie gesehen. Mich faszinierte diese Steilstrecke sehr und nach Lektüre des Buches aus dem EK Verlag ("Die Steilstrecke von Eibenstock" vom leider mittlerweile verstorbenen Eberhard Schramm) machte ich mich ans Planen. Berieblich geht es bei diesen Plänen vor allem um das Rangieren, denn beim Vorbild gab es keine Zugkreuzungen - aus Sicherheitsgründen. So pendelte eine Lok mit ihren Wagen hin und her und erledigte das Rangiergeschäft. Es gab extra eine Streckenvorschrift zu dieser Strecke, so mußte die Lok Schornstein voran bergauf fahren, war immer auf der Talseite des Zuges (bergauf schob sie den Zug also), der Zug durfte 135 t Gewicht nicht überschreiten und anderes mehr. Allerdings blieben nach der Lektüre ein paar Fragen übrig. So zB. gibt es in einer Sonderausgabe des Eisenbahn Journals über die Geschichte Sächsischer Eisenbahnen auch einen Plan in dem der Bahnhof Eibenstock o. Bf. mit einer doppelten Weichenverbindung zur Ladestrasse gezeigt wurde. Dieser Plan lag offenbar den Planungen der Bahnanlage zugrunde. Wie auch in meiner Gleisplanskizze unten zu sehen.
Klar ist mir nun nicht, ob der Bahnhof zumindest in den Anfangsjahren mit dieser - auch "Hosenträger" genannten - Weichenverbindung gebaut und diese erst später entfernt wurde (im Plan ein blaues A). Oder ob diese Planung nie zur Ausführung kam. In dem Büchlein von Schramm steht dazu jedenfalls leider gar nichts, Bilder davon kenne ich auch nicht. Nur jene Weichenverbindung die in Fahrtrichtung zur Seitenrampe bestand (vom Güterschuppen aus gesehen), ist in vielen Bildern zu sehen. Einerlei - mir gefiel dieser Hosenträger jedenfalls und darum ist er auch oft in meinen Gleisplänen wiederzufinden. Sinnvoll scheint er mir allemal zu sein, weil das Rangieren von Wagen per Kette oder mittels anderer Hilfsmittel auf der Modellbahn kaum befriedigend nachzustellen wären. Und die Gleislage oder Gleislänge des Bahnhofes verändert es auch kaum. Desweiteren wurde der Bahnhof in den letzten Betriebsjahren der Weichenverbindung am Umfahrgleis (im Plan ein blaues B) beraubt, sodaß die Lok nicht mehr zum Rangieren umsetzen konnte. Das Umfahrgleis wurde zu einem Abstellgleis, der Prellbock befand sich dann etwa in höhe der Gleissperre. Interessant auch noch, das die letzte Weiche vor dem Gefälle an der Bahnhofsausfahrt, von einem Weichenwärter bewacht wurde. Dieser hatte darauf zu achten, das diese Weiche in Richtung des Lokschuppens gestellt war und verschlossen zu sein hatte - wenn nicht gerade eine Zugfahrt zum oder vom unteren Bahnhof anstand. So sollte verhindert werden das sich Lok und Wagen unversehens eigenständig auf ins Tal machen konnten, was ja auch einmal auf etwas andere Weise geschehen ist (Bremsversagen) und Menschenleben kostete. Ansonsten bestand der Bahnhof weitgehend unverändert bis zu seinem Ende 1975. Danach wurde alles abgebaut, die Strecke versank zu Teilen im Stausee (und taucht zuweilen auch wieder auf) und wurde von der Natur zurückerobert, Vielleicht erinnert in Eibenstock noch der alte Bahnhofbau an die Strecke, mehr ist nicht geblieben. Auf den Anschlußbahnhof Eibenstock unterer Bf. habe ich in meinen Plänen verzichtet, da mir der Platz zur Darstellung dafür fehlte und mir außerdem der Betrieb im oberen Bahnhof ausreichend erschien. In der MIBA gab es in der Vergangenheit hier und da Anlagenvorschläge die auch den unteren Bahnhof mit einbezogen, wer also will kann dort fündig werden.
Bei meinen Planungen kam dabei unter anderem folgender Gleisplan unten zustande, bei dem ich einen zusätzlichen Gleisanschluß zu einer kleinen Fabrik gegenüber der Holzladerampe einbaute, den es beim Vorbild nicht gab. Auch verlegte ich diesen Bahnhof ins Bergische Land, um Fahrzeuge der DB einsetzen zu können. Hier, stellte ich mir vor, könnte eine solche Steilstrecke durchaus gelegen haben. Ich verwendete den Gleisplan von Eibenstock wie sich bei Betriebseröffnung darstellte - mit der doppelten Gleisverbindung auch "Hosenträger genannt", wie oben bereits erwähnt. Verwendet wurde Schuhmacher Gleismaterial mit Weichen von 9°30´. Im Abstellbahnhof kamen Rocoweichen zum einbau. Der Bahnhofsteil ist 45 cm tief und die gesammten Abmessungen betragen 3,80 m mal 1,65 m. Radius der Kehre 65 cm, Neigung wie beim Vorbild 1:20.
Da einem die Ideen nur selten ausgehen wollte ich in Eibenstock etwas mehr Verkehr haben. So dachte ich mir einen Gleisanschluß aus, der zu einer Erzgrube führt und die von einer eigenen kleinen Rangierlok bedient wird. Dieses Privatanschlußgleis führt nur ganz leicht bergauf und kam am Anlagenhintergrund zu liegen. Damit wurde der Bahnhof Eibenstock betrieblich zu einer Spitzkehre. Durch die deklarierung des neuen Streckenastes zum Anschlußgleis habe ich vermeiden wollen hier zuviel Verkehr auf zuwenig Bahnhof zu führen. Je nach Laune ist die Erzgrube mehr oder weniger ertragreich und wird vielleicht zwei oder dreimal täglich bedient. Zusätzlich schloß ich den linken Anlagenhintergrund mit einer Häuserfassade ab die die Stadt andeuten sollte. Beide Streckengleise führen auf einen separaten Abstellbereich der in diesem Fall aber in zwei Ebenen ausgeführt werden muß. Die Züge können aufgrund der Steigung und der Sicherheitsvorschriften nur recht kurz sein (etwa max. einen Meter, bzw. 5 bis 6 zweiachsige Wagen). Dies kommt dem Abstellbahnhof natürlich zugute. Der Güterverkehr dominiert eindeutig, dies ist eine richtige Rangierer-Anlage für einige wenige aber sehr rangiertaugliche Lokmodelle.
Zum Abschluß meiner "Gleisplanorgie" den Bahnhof Eibenstock betreffend noch zwei Anlagenideen für die Spur N. Eigentlich bietet sich das Thema Eibenstock auch für eine kleine Anlagengröße an, um so mehr als man in Baugröße N den Bahnhof auf recht geringer Fläche sehr gut unterbringen kann. Eine 94.5 von Fleischmann - umgebaut und somit langsamlauffähig gemacht - und schon steht dem Betrieb auch in N nichts mehr im Wege. Im ersten Gleisplan habe ich mal wieder das eine oder andere abgewandelt: Lokschuppenzufahrt, Industrieanschluß an der Bahnhofsausfahrt. Ein Stück des fallenden Streckengleises verläuft am Anlagenvordergrund bis zu einer Strassenbrücke. Dahinter beginnt die Unterwelt. Evtl. sollte man noch eine weitere Gleiswendel einplanen, um mehr Abstand zwischen Unterwelt und Oberwelt zu erreichen.
Im zweiten Entwurf habe ich mich auf den bloßen Originalgleisplan beschränkt, allerdings habe ich den Bahnhof in der Längsachse einmal gedreht um die Anlage nicht zu tief werden zu lassen. Der Betrachter, so er denn vor der in Augenhöhe aufgestellten Anlage stünde, würde den Zug hinter dem Lokschuppen, auf der Fahrt zum Schattenbahnhof, durch die recht stark abfallende Strecke quasi aus den Augen verlieren, so daß es keinerlei zusätzliche Kunstbauten bräuchte um die zum Schattenbahnhof führende Strecke verschwinden zu lassen. Das davor erhöht liegende Lokschuppengleis und ein paar Büsche und Bäume dahinter an der Böschung reichen m.E. aus um die Kulissendurchfahrt kunstvoll zu verdecken ...
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