Das Ebendorfer Bockerl, der zweite Teil. Bevor ich nun weiter auf diesen Bahnhof, bzw. meine Planung eingehen werde, möchte ich mich auch hier bei Volker Blees, Robert Meissner, Thomas Sulzer , Walter Drögemüller sowie Manfred Hösch sehr bedanken, für die Überlassung von Bildern und Grafiken und für die vielen Informationen zur Strecke. Auf www. eisenbahnecke.de von Robert Meissner möchte ich nochmals hinweisen, wegen der ausführlichen Seiten zum Erbendorfer Bockerl, wo der Interessierte sich genauer mit Text und Bild zur Geschichte dieser Strecke befassen kann. Nun aber weiter in Erbendorf- Nord...
So komme ich nun zum Plan den ich für Spur N gezeichnet habe. Erstens habe ich hier 30 cm mehr an Länge zugeben können, weil die Schiebebühne in N etwas weniger Platz braucht. Die Schiebebühne als "Fiddelyard" wurde also beibelassen. Aber der kleiner Maßstab macht doch etwas mehr an Umfeldgestaltung möglich als in HO. Und so habe ich den Abzweig zum Porzellanwerk in diesem Plan mit einbauen können. Das Werk selber war aber auch diesmal nicht auf dem Plan unterzubringen. Dazu bräuchte es doch noch mehr Platz.
Wo aber nun hin mit der Trasse zum Porzellanwerk ? Ich habe mich entschieden diese hinter der Hintergrundkulisse entlang verschwinden zu lassen. Dabei senkt sie sich ab (im sichtbaren Bereich mit einer Neigung von 1:50 für den ersten Zentimenter Gefälle, dann hinter der Kulisse mit 1:35 für die restlichen fünf Zentimeter), um am Ende des Bahnhofssegmentes in einer 25 cm Radiuskurve unter dem gestalteten Gelände zum Anlagenvordergrund zu führen. Dort kann ein kleines (temporär anbaubares) Trassenbrett von vielleicht 40 cm Länge bei Bedarf angesetzt werden auf dem die Wagen für das Porzellanwerk in Ruhe ab- oder angekuppelt und abgestellt werden können. Auf diese Weise ist alles in Griffweite und lästige und unübersichtliche Verrenkungen hinter der Kulisse können weitgehend vermieden werden. Sollte doch mal etwas entgleisen (tut es ja gern an unzugänglichen Stellen) dann kann man mittels "Greifarm" die Wagen retten, evtl. lohnt auch der Einbau von Eingleisungsvorrichtungen (Ich erinnere mich dunkel an solche von Minitrix die als Bahnübergang fungieren sollten). Natürlich wurden auch in diesem Plan 7° Weichen verplant. Die Nutzlängen der Gleise sind ziemlich originalgetreu vom Vorbild übernommen, nur die Umgebungsgestaltung ist weitgehend frei erdacht. Übrigens am Rande bemerkt - die Zeichnung dieses Gleisplans habe ich mit einem einfachen Zeichenprogramm erstellt. Grundlage war eine meiner Bleisiftzeichnungen die ich quasi ausgemalt habe. Sieht schön aus wie ich finde, hat aber auch jede Menge Zeit gekostet. Ich bleibe also meistenteils auch weiterhin lieber bei Bleistift, Tusche, Buntstift, Lineal und Papier - das geht leichter von der Hand...
Bleibt mir noch der Hinweis auf die verschiedenen Wege Modellweichen mit den entsprechenden Abmessungen zu bekommen. Im Internet gibt es dazu einiges an Hinweisen zu weiteren Herstellern, wenn man unter den entsprechenden Stichwörtern sucht. In HO gibt es die Idee alles komplett in 1:87 zu bauen, bis ins feinste Detail. HO-Pur nennt sich das, ist sehr kostspielig, zumindest aber setzt es hohes handwerkliches Können und viel Gedult voraus. Schaut aber auch, wenn es denn mal fertig wird, sicher sehr toll aus. Modellwerk liefert da z.B. entsprechende Weichen und anderes Zubehör. Wer seine Radsätze lieber nicht abdrehen mag und mit den meist handelsüblichen NEM Normen vorlieb nehmen möchte, der kann auch die 10° Weichen von Roco-Line etwas umbauen (den Bogen hinter dem Herzstück der Weiche entfernen) und hat dann annähernd Ew 190 Weichen. Weiter gibt es auf der Webseite von G. Weller Schwellenroste sehr günstig zu bestellen, die man mit den Tillig Gleisprofilen oder auch mit Peco Code 55 Profilen bekleben kann. In diversen Foren habe ich Bilder solcher Weichen gesehen und es sah sehr ansprechend aus. Dann wären da z.B. noch Schuhmacher´s Selbstbauweichen mit Holzschwellen zum nageln oder aber der komplette Selbstbau des Gleises. Auch für letzteres gibt es Hilfsmittel - und wenn man sich erstmal auf einfache Weichen beschränkt ist auch das sicher eine interessante Variante. In Spur N gibt es auf der Webseite von Jens Emmermann solche Bausätze zu bestellen, bzw. weitere Tipps zu deren beschaffung. Ebenfalls sei hier für N wieder Schuhmacher genannt. Dabei muß gesagt sein das ein Abdrehen der Spurkränze in N nicht unbedingt nötig ist, wenn man Gleisprofile Code 40 verwendet und auf die Kleineisen verzichtet. Der Möglichkeiten sind also auch in N mehrere. Letztlich kommt es auf den Geldbeutel, seine Fertigkeiten und die eigenen Wünsche an. Egal in welcher Baugröße...
Es ist ja alles auch nur ein Vorschlag, eine
Idee. Wenn jemand gefallen an dem Plan findet, dann
bleibt sowieso immer noch das Umbrechen auf die eigenen
Räumlichkeiten und Vorstellungen übrig. Und nicht
zuletzt wollte ich einfach mal zeigen, daß es auch bei
wenig Platz möglich ist, einen Bahnhof fast original zu
übernehmen ohne Kompromisse an den Gleislängen oder
Weichen eingehen zu müßen. Mir jedenfalls könnte eine
solche Regalanlage durchaus gefallen. Die nötigen
Fahrzeuge - von der Köf III bis hin zum Glaskasten oder
der PtL 2/3 gibt es auch alle zu kaufen, Wagen bayrischen
Ursprungs ebenso. Und mal ehrlich - machen die schönen
Bilder von Volker Blees und die dazu passenden
Buchfahrpläne von 1971 nicht richtig Appetit auf eine
kleine rote Köf III mit kurzen Zügen in einem kleinen
betriebsamen oberpfälzischen Bahnhof ?
Abschließend
noch einige weitere Links zum Thema Erbendorf:
Es sollte mich freuen den einen oder anderen Erbendorf- Nord schmackhaft gemacht zu haben, egal mit welchen Weichen auch immer. Mir jedenfalls hat die Planung des Dioramas in HO und N durchaus Spaß gemacht. Wenn ich mir nun meine älteren Pläne anschaue mit den - ja eigentlich auch schon gefälligen - Tillig Elite Weichen von 9° Herzstückwinkel und einem Abzweigradius von 1350 mm - da kommen mir diese Pläne doch plötzlich seltsam verzerrt vor. Es besteht also durchaus die Gefahr gefallen an dieser Planungsweisezu finden. Auf einmal wird man sich bewußt wie verzerrt der Längenmaßstab doch bisher gewesen ist. Allerdings - der Verzicht auf Streckenfahrten im Modell wiegt schon schwer. Von daher ist man also mit den "Kompromißweichen" durchaus gut bedient, wenn es gilt einen Ausgleich zwischen Wirklichkeit, Modell und Räumlichkeiten der kleineren Art herzustellen und auch Züge fahren sehen zu wollen. Wer mehr Platz hat ist da klar im Vorteil. Man muß sich halt überlegen was einem wichtig ist. Jeder so wie er oder sie es mag, braucht oder will. Weiter geht es - wenn man will - zu den Buchfahrplänen und zur Lagerhausseite. Diese Seite ist Teil der Webseite www.lokalbahn-reminiszenzen.de |