Vorab möchte ich mich ganz besonders herzlich bei Robert Zintl, Hartmut Riedemann, Dietmar Parakenings und bei Jürgen Dill für die Hilfe und Unterstützung bei der Recherche, für Bilder und Pläne bedanken. Auch diesmal gilt - ohne sie wäre ich nie und nimmer soweit gekommen ! Auf Jürgen Dill`s Webseite findet der Interessierte übrigens ein Streckenportrait der Lauertalbahn, mit Fotos von allen Bahnhöfen und seinen schönen Lauertalbahnmodule in Spur N. Desweiteren sei hier noch auf die Seite des Marktes Stadtlauringen hingewiesen. Und nun geht es weiter mit dem dritten Teil der Lauertalbahn und dem Bahnhof Stadtlauringen ...
Zum unten gezeigten Bildfahrplan muß ich auch
noch ein paar Worte sagen.
Ein weiteres zum Bildfahrplan, bei dem noch nicht
recht klar ist wie es im Alltg damals ablief :
Nachdem bereits ab 1958 an Sonntagen eine
Bahnbuslinie die Bedienung übernommen hatte, wurde der
Personenverkehr auf der Schiene mit Ende des
Sommerfahrplans 1959, am 4. Oktober 1959, auch werktags
restlos eingestellt. Dessen frühes Ende ist vor allem
auf die schon vor der Eröffnung jahrelang umstrittene
Streckenführung zurückzuführen, die nicht dem
Verkehrsbedürfnis entsprach. Denn Ziel der meisten
Reisenden war die Stadt Schweinfurt, die man schon seit
1948/49 leichter mit Omnibussen auf kürzerem Weg
erreichen konnte. Während die direkt nach Schweinfurt
führenden Buslinien von privaten Unternehmen in der
Bevölkerung ab den fünfziger Jahren dank ihrer
flexiblen Fahrplan- und Routengestaltung, die auch direkt
in die Ortschaften hineinführten, immer mehr Beliebtheit
fanden, wurde bei der Deutschen Bundesbahn schon über
die Stillegung der Lokalbahn nachgedacht. In den
Gemeinden des Lauertales entwickelte sich aber Widerstand,
hoffte man doch gerade in Stadtlauringen ganz besonders
auf die geplante (und später wieder verworfene)
Bundeswehr-Garnison. Die Gemeinde wäre sogar bereit
gewesen, einmalig Auch die Lage Stadtlauringens im Zonenrandgebiet und evtl. Fördermaßnahmen halfen damals nicht weiter. Seit 1951 gab es in der BRD durch die Teilung Deutschlands erste Maßnahmen zur Förderung der Zonenrandgebiete, ab 1954 mit Geldern des Bundeshaushaltes in Höhe von 120 Mio. DM, 1965 wurde die Zonenrandförderung dann zu einem Grundsatz der Raumordnungspolitik erhoben, diese Maßnahmen hatten auch Auswirkungen auf die Bahnstrecken in den Gebieten, die zB. Streckenstillegungen verhinderten. Grob gesagt wurden diese Gebiete subventioniert. Allerdings nicht die Lauermärt. Der schlechte Zustand der Gleisanlagen hätte zudem umfangreiche Investitionen erforderlich gemacht, andererseits lag zuletzt das werktägliche Beförderungsvolumen bei gerade mal 60 Tonnen (gut vier Wagen) und ca. 210 Personen. Ein Kostendeckungsgrad von 30% und ein jährliches Defizit von ca. 210.000 DM verhießen nichts gutes. Am 3. Oktober 1959 dampfte daher der letzte Personenzug durch das Lauertal. Auch der Güterverkehr überlebte nicht mehr lange, er endete am 1. April 1960, nachdem er schon vorher aus technischen Gründen auf die Straße verlegt worden war. Die Strecke, auf der stets nur Dampflokomotiven zum Einsatz gekommen waren, wurde im folgenden November 1960 mit sämtlichen Bahnanlagen abgebaut. Die beiden Lokomotiven 98 877 und 98 1117 transportierten abwechselnd die mit den Gleisjochen beladenen Wagen aus dem Lauertal ab. Der Abschluß der Rückbauarbeiten war dann zum 04.01.1961. Abschließend noch einige weitere Bilder des Jetztzustandes von Dietmar Parakenings. Zuerst zwei Bilder aus Rottershausen. Eine Aufnahme vom Eg und eine mit Blick vom Eg in die Fahrtrichtung nach Stadtlauringen, dann zwei Bilder aus Poppenlauer, mit dem Güterschuppenanbau etwas deutlicher im Bild und dem Nebengebäude bzw. WC - das noch aus der Anfangszeit der Bahn stammt. Es folgen zwei Fotos aus Maßbach. Eines welches zeigt das daß Eg dort in nicht allerbestem Zustand ist, zugleich ein Blick auf den Güterschuppenanbau. Und ein Blick auf das ehemalige Bahnhofsgleisgelände von Maßbach - und steht dort nicht sogar noch eine richtige Bahnhofsleuchte aus Reichs- bzw. Bundesbahnzeiten am Wegesrand herum ? Man mag es kaum glauben. Und schließlich zwei Bilder aus Rothhausen, eines vom Lagerschuppen der gut renoviert ausschaut. Dieser stand nicht direkt bei den Gleisen, sondern an der Freiladestrasse. Das letzte Bild dann mit einem Blick auf die frühere Trasse richtung Stadtlauringen ...
Heute erinnern leider (aber immerhin) nur noch die erhaltenen Stationsgebäude in Poppenlauer, Maßbach, Rothhausen und Stadtlauringen an die Lauermärt. Auch am ehemaligen Abzweig Rannungen sind beide Stellwerke (das zweite für den ehemaligen Anschluß an der Hauptbahn zur Munitionsfabrik) erhalten geblieben. Wer mag kann die Trasse weitgehend abfahren, per Auto oder besser mit dem Rade, denn die Landschaft ist durchaus schön und auch die kleinen Orte werden ihre Reize haben. Oder man verfolgt die Trassenreste mit einem der gängigen Satelitenbildprogrammen. Mittlerweile gibt es auch eine sehr schön bebilderte Streckenreise des heutigen "Streckenzustandes" zwischen Rottershausen und Stadtlauringen auf dieser Teilseite der Webseite von F. Zimmermann "spurensuche-eisenbahn.de", als Ergänzung zu meinen Seiten nur zu empfehlen! Schlußendlich will ich noch bemerken, daß es schon berkenswert ist, daß sich nach so vielen Jahren doch noch einiges von der Strecke an Material findet. Ich hätte damit jedenfalls nicht gerechnet. Es zeigt auch das die Strecke nicht vergessen wurde. Was nicht heißen soll, daß es nicht noch weiter Informationen und Bilder zu dieser Strecke und zu Stadtlauringen gäbe, die ich sicher gern zeigen würde ! Wer also hat und mag - ich würde mich freuen. Mir jedenfalls hat es mal wieder Spaß gemacht. Und wenn der Bahnhof Stadtlauringen eine Wiederauferstehung bei Ihnen als Modell feiert, dann würde es mich umso mehr freuen. Ich hoffe jedenfalls "Gelüste" solcher Art auf ein derartiges Vorhaben gemacht zu haben ! Text : Thomas Englich unter Verwendung einiger Textpassagen von Jürgen Dill. Quellen: Diese Seite ist Teil der Webseite www.lokalbahn-reminiszenzen.de |