Nachdem der reguläre Reisezugverkehr 1973
eingestellt war, wurde die Strecke planmäßig nur noch
per Übergabefahrt bedient. Anfangs täglich, des
Expreßgut- und Güterverkehres wegen, der noch recht
stark war, in späteren Jahren dann je nach Bedarf bis zu
zwei-, dreimal die Woche. Diese Züge kamen von
Neuenmarkt- Wirsberg und bedienten auch weitere Bahnhöfe
an der Strecke nach Münchberg, wie z.B. den Bf.
Stammbach. War das Güteraufkommen groß, so wurden Wagen
für Gefrees in Falls erstmal abgestellt, weil die
Übergabe weiter nach Stammbach fuhr. Ca. vierzig Minuten
später war der Zug zurück, rangierte etwas und fuhr
anschließend nach Gefrees und schließlich von dort aus
retour nach Neuenmarkt- Wirsberg. Bei geringem
Güterverkehr entfiel manchmal die Fahrt nach Stammbach,
dann ging es direkt nach Gefrees. Die Fahrt dorthin
dauerte etwa 10 Minuten.
Jedoch nahmen die Transportleistungen Jahr für
Jahr weiter ab. Dennoch gab es manchmal großes Gedränge
in Gefrees. A. Bayerlein schrieb mir dazu : "Ich
kann mich noch gut an eine Szene so ende August 1985
erinnern, da kam die 211er mit 14 Wagen nach Gefrees und
im Bahnhof standen schon, ich glaube 11 Wagen. So mußte
die 211er mit 25 Wagen in dem kleinen Bahnhof rangieren."
Das waren aber leider keine Dauerzustände, sonst wäre
es um den Güterverkehr sicher besser bestellt gewesen.
So brachte das Jahr 1988 noch knapp 200 Wagen auf die
Schiene, 1993 waren es nur noch etwa 30 Wagen.
Sonderzüge kamen bis anfang der neunziger Jahre
immer wieder nach Gefrees. Und nicht nur solche von
Eisenbahnfreunden. Gefreeser Betriebe organisierten
solche Fahrten oder auch die DB und die Stadt Gefrees, z.B.
Faschingssonderzüge oder "Eine Stadt geht auf
Reisen". Die allerletzte Fahrkarte wurde jedenfalls
erst 1991 anläßlich einer solchen Sonderfahrt verkauft.
Zum Abschluß gab es zwar noch einige Abschiedsfahrten (am
31. Mai 1993 und zuletzt im September 1993 mit 50 622),
jedoch setzten die Schienen mehr und mehr Rost an, bis am
31.12.1993 das offizielle Aus kam. Die letzte Übergabe
fand jedoch erst am 03.01.1994 statt und am 04.01.1994
wurden die beiden zuletzt zugestellten Wagen wieder
abgeholt. Ein paar wenige Eisenbahnfreunde waren dabei
und sagten leise Servus zu ihrer Bahn. Sechs Wochen
später wurde mit dem Gleisabbau begonnen...
Die 1973 neu geschaffene Ersatz - Buslinie, deren
Fahrplan man oben nachlesen kann, hielt sich übrigens
nur recht kurze Zeit. Nicht einmal zwei Jahre später
wurde sie schon ersatzlos gestrichen. Dies lag an den
wenigen angebotenen Fahrten und an dem fast doppelt so
langen Fahrweg, beinahe 10 km bei einer Fahrtzeit von
etwa einer Viertelstunde! Da hätte man das Bockela auch
gleich weiterfahren lassen können. Es war nicht möglich
eine Linienführung zu finden die auch den Bedürfnissen
der Fahrgäste entsprochen hätte - so blieben die
Fahrgäste eben weg... Noch ein paar Worte zum vereinfachten
Nebenbahnbetrieb:
Für die Gefreeser Strecke war demnach also der
Fahrdienstleiter in Falls zuständig. Bei ihm mußten
sich die Gefreeser Zugführer, bzw. die Lokführer
anmelden oder abmelden. Er war gleichzeitig der Zugleiter
für die Lokalbahn nach Gefrees und mußte auch in Falls
selber auf die Zugfahrten achten. Dafür hatte er ein
kleines Stellwerk zur Verfügung, eine hölzerne Bude in
der es ziemlich eng zuging. Hier gab es alte mechanische
Stellwerkstechnik zu sehen. Eine Schrankenkurbel stand
auch noch auf dem Gelände, in freier Luft konnten dort
die Schranken im Bf. Falls bedient werden. Die zuletzt verkehrenden Übergabegüterzüge
fuhren also quasi auf eigene Verantwortung zwischen Falls
und Gefrees, denn in Gefrees war ja kein Personal mehr
stationiert. Dies hat wohl auch dazu geführt, das daß
Zugpersonal sich auch mal mehr Zeit als vorgesehen beim
Rangiergeschäft in Gefrees genommen hat. Eine erholsame
Brotzeit war dabei durchaus möglich. Was dann dazu
geführt haben soll das verärgerte Fahrdienstleiter in
Falls den Zug bei der Rückkehr aus Gefrees vor dem
Einfahrsignal zum Bf. Falls in der sengenden Sonne haben
schmoren lassen...
Die Signalisierung der Strecke ist also einfach. Keine beweglichen Signale - nur Signaltafeln, dem vereinfachten Nebenbahnbetrieb früherer Zeiten entsprechend. Die Gefreeser Bahnhofseinfahrt war nur durch eine Trapetztafel "gesichert", die 30 Km/h bei Einfahrt in den Bahnhof gebot. Weiter gehörten u.a. Neigungsanzeiger Ne 12, Schneepflugtafeln Ne 7, Läutetafeln LP 1 bis LP 5 zur Signalausstattung des Bockelas (siehe oben). Nur der Bahnhof Falls verfügte als Abzweigbf. über ein bayerisches Einfahrtsignal aus Richtung Gefrees, dies sogar noch bis in die siebziger Jahre. Natürlich nicht zu vergessen die Ein- und Ausfahrsignale, Gleissperrsignale und fernbedienten Weichen, usw. im Bahnhof Falls für die Hauptstrecke. Ein wenig mehr zu bayrischen Signalen und Läutewerken gibt es auch auf der Mäxchens Signalseite zu sehen. Grundsätzlich durfte nur ein Zug auf der Strecke unterwegs sein. Kreuzungen waren nur in Gefrees möglich und fanden nur in Ausnahmefällen statt. Dann gab einen Achtungspfiff des an der Trapetztafel auf Einfahrt wartenden Zuges, der von dem schon im Bahnhof befindlichen Zug, bzw. der Lok beantwortet wurden.
Wer mehr vom vorbildorientiertem Betrieb, vereinfachtem Nebenbahnbetrieb, Zugleitbetrieb, Vorschriften und der Umsetzung des ganzen ins Modell wissen möchte ist z.B. auf den Seiten von Werner Falkenbach bestens aufgehoben. Informativ sind auch die Internetseiten des FREMO. Von hier aus kann man zahlreiche weitere Webseiten in den jeweiligen Links zum Thema finden. Weiter geht es im nächsten Teil: Lokomotiven und Wagen zur Dampflokzeit Diese Seite ist Teil der Webseite www.lokalbahn-reminiszenzen.de |