gratis Counter by GOWEB
 


Lokomotiven und Wagen der Lokalbahn zur Dampflokzeit

Die Zeit der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen und der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft :
Wie auf den bayerischen Lokalbahnen üblich, verkehrten auch auf dieser Strecke die speziell für den Nebenbahndienst entwickelten Fahrzeuge der bayerischen Staatsbahn. Es gab eine ganze Reihe von verschiedenen Fahrzeugen. Da wären zunächst die Dampflokomotiven gewesen, auf der Strecke Falls - Gefrees war es eine D XI die den Eröffnungszug zog, auch bekannt unter der bayerischen Reihenbezeichnung PtL 3/4 (siehe Bild unten). Nicht nur den Eröffnungszug, auch in den ersten Jahren dürfte diese Loktype den Verkehr bewältigt haben. Diese Baureihe, später bei der Deutschen Reichsbahn mit der Baureihennummer 98.4-5 bezeichnet, war 45 km/h schnell, brachte etwa 320 PS und war ca. 9m lang. Erstmals gebaut um 1895 gehörte sie lange Jahre zur den wichtigsten bayerischen Lokalbahnlokomotiven und muß neben der GtL 4/4 eigentlich als die "wahre bayerische Lokalbahndampflok" gelten. Durch die frühe Ausmusterung nach dem Krieg jedoch geriet diese Lokbaureihe unverdient etwas in Vergessenheit. Wer mehr wissen möchte über alte bayrische Loks und Wagen der sollte mal einen Blick in die
Homepage der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen von Jürgen Pepke werfen. Hier sind u.a. manche der Loks und Wagen mit Übersichtszeichnungen dargestellt...

Zugminiaturen
Eine DXI zog den Eröffnungszug nach Gefrees
     
98 507 98 507  
     
Ein kleiner Bilderbogen der 98 507.
Sie ist die einzige erhalten gebliebene D XI und stand seit den 60er Jahren vor dem Ingoldstädter Bahnhof als Denkmal. Bis dahin war sie auf der Nebenbahn Greißelbach - Freystadt(Opf.)im Einsatz gewesen. Eine Lok ihrer Bauart zog den ersten Zug nach Gefrees und erledigte mehr als 20 Jahre lang den Zugverkehr auf der Lokalbahn Falls - Gefrees. Anklicken für große Bilder
Fotos von Gideon Grimmel

Um 1905 herum jedoch kamen dann die Vorläufer des "Glaskastens", die MtL 2/2 zum Zuge, die wiederum von den PtL 2/2 ohne Blindwelle (später 98.3) abgelöst wurden. Diese neuen kleinen Lokomotiven erlaubten es den Zug mit nur zwei Mann zu fahren, einen Lokführer und einen Zugbegleiter. Die bay. Staatsbahn bemühte sich auch schon damals Kosten einzusparen und den Betrieb zu rationalisieren, gerade weil die Gefreeser Strecke keine kostendeckenden Ergebnisse einfuhr.

Zugminiaturen
PtL 2/2 mit einem Zug um 1905 - noch mit der bayrischen Farbgebung von Lok und Wagen

Diese Loks waren 50 km/h schnell und hatten 210 PS zu bieten, sie sind nur knapp 7 m kurz und wurden erstmals 1905 erbaut. Bis Mitte der dreißiger Jahre waren die "Glaskästen" auf der Strecke im Einsatz (im wechsel mit der 98.4-5) bevor dann die 98. 4-5 wieder allein den Betrieb nach Gefrees übernahm. Für Gefrees nachgewiesen ist die 98 314, eine Lok ohne Blindwelle, die 1927, 1930 und 1935 in der Lokstation Gefrees untergestellt war. Eine Lok dieser Bauart entgleiste einmal bei Streitau, dem größten Unfall auf dem Bockela. Die Lok hatte sich in abwesenheit des Lokführers selbsständig gemacht.

98 307   98 307 im Deutschen Dampflok Museum
Foto von Christian Splittgerber
Anklicken für großes Bild
     
Zugminiaturen
Eine 98.3 zu Reichsbahnzeiten mit einer klassischen Personenzuggarnitur

Bis 1905 - also in den ersten paar Jahren sind vermutlich Personenwagen der Bauart CL mit 12 schmalen Fenstern und einer Länge von gut 12 m unterwegs gewesen. Sozusagen die Urahnen der nachfolgenden Lokalbahnpersonenwagen und erstmals erbaut 1891. Die Personenwagen ab 1905 sind kleine zweiachsige Wagen der Bauart BCL und CL gewesen die ab 1905 gebaut wurden und nur rund 9 m lang waren. Sie hatten 4 Fenster auf jeder Seite und offene Wagenübergänge. Dazu gab es noch einen Packwagen GwL, auch rund 9 m lang und evtl. auch auf dieser Strecke den PwPostL, auch der gute 9 m lang. Diese Wagen bestimmten über lange Zeit das Bild der Lokalbahn.

Bockerl auf der Fahrt - Zeichnung
Ein Zug macht sich nach Falls auf den Weg...
Bearbeitung einer Collage von Siegfried Horn, nach einem Foto von Dr. Scheingraber (siehe weiter unten).

Zugminiaturen
Eine 98.4-5 mit einem reinen Güterzug unterwegs. Zu Reichsbahnzeiten sicher zuweilen so gewesen...

Die Zeit der Deutschen Bundesbahn :
Bis in die Mitte der 50iger Jahre fuhr hier ein klassisches "Bockela", bestehend also aus den bayerischen Lokalbahnwagen. Meist waren es zwei Personenwagen und ein Packwagen und Güterwagen bei Bedarf. Die Streckenhöchstgeschwindigkeit lag bei 40 km/h. Die Lokomotiven schafften dies allemal. Wahrscheinlich aber reichte die Zugkraft der 98.3 (PtL 2/2) später nicht mehr aus, jedenfalls kam es immer wieder zum Einsatz der DXI und seit etwa Mitte der dreißiger Jahre bedienten diese bis in die fünfziger Jahre die Strecke. In Neuenmarkt- Wirsberg waren zwischen 1905 und 1950 u.a. folgende Loks beheimatet : 98 480, 98 506, 98 521, 98 522, 98 530, 98 542, 98 543, 98 544, 98 548, 98 563. Übrigens waren die Dampflok damals meist einen Monat lang in Gefrees stationiert gewesen, bis es zum Kesselwaschen wieder in das heimatliche BW ging. Dort folgte der Tausch der Maschine gegen die nächste Planlok. Dagegen wechselte das Lokpersonal sehr viel öfter, zeitweise gar täglich.

98 544 bei Böseneck 98 544 in Falls 98 542 bei Streitau
98 544 auf dem Viadukt
Foto von Robert Zintl
Anklicken für großes Bild
98 544 im Bahnhof Falls
Foto von Robert Zintl
Anklicken für großes Bild
98 542 bei Streitau 1947
Foto von Dr. Günther Scheingraber
Anklicken für großes Bild

Ab 1950 oder 1951 wurden diese durch die wesentlich stärkeren Loks der Baureihe 98.11 (GtL 4/5) ersetzt, aber nicht weil die Zuglasten sich erhöht hätten, sondern weil die 98.4-5 ausgemustert wurden, bzw. in andere BW`s versetzt wurden. Das Bw Bayreuth bzw. die damalige Bw Außenstelle Neuenmarkt- Wirsberg verzeichneten 1958 nur noch V20 und 98.11 im Bestand. Die GtL 4/5 wurden ab 1934 aus den GtL 4/4 umgebaut und erhielten eine zusätzliche Laufachse was die Streckenhöchstgeschwindigkeit von ursprünglich 40 auf dann 55 km/h erhöhte. Die Loks waren ca. 10 m lang und boten 450 PS. Womit sie den Zuglasten der Strecke allemal gewachsen waren. Vermerkt für Neuenmarkt- Wirsberg waren seit 1947 u.a. : 98 1103, 98 1104, 98 1106, 98 1109, 98 1110, 98 1114 und 98 1129. Ab 1955 war diese Lokbaureihe nicht mehr im Bw Neuenmarkt- Wirsberg beheimatet, sondern im Bw Bayreuth. Dort waren 1958 folgende Lok notiert : 98 1104, 98 1113, 98 1116, 98 1119, 98 1121, 98 1123 bis 98 1129.

Zugminiaturen
Die verstärkte GtL 4/5 mit einem GmP unterwegs. Sie war die letzte planmäßig eingesetzteDampflokbaureihe die nach Gefrees kam, bis in die sechziger Jahre hinein als Ersatz für die V20 oder V60.
     
  98 1125 im Bahnhof Falls
Foto von Robert Zintl
Anklicken für großes Bild

In den Jahren nachdem auf der Strecke Falls - Gefrees planmäßig eine Diesellok eingesetzt wurde kam es aber gelegentlich auch weiterhin zum Einsatz einer Dampflok, nämlich wenn die Diesellok zu Fristarbeiten im Bw weilte oder aus anderen Gründen nicht einsatzfähig war. Dies war bis in die sechziger Jahre in erster Linie die 98.11 des Bw Bayreuth, bzw. der Bw Außenstelle Neuenmarkt- Wirsberg. Fotobelege dieser Lokbaureihe auf der Gefreeser Strecke sind selten, drum freue ich mich umsomehr über das obige Bild von Robert Zintl. Aber es soll auch manchmal zum Einsatz einer Lok der Baureihe 64 gekommen sein, allerdings wenn überhaupt dann nur sehr selten. Fotobelege für diesen Einsatz habe ich bislang jedenfalls noch nicht gesehen. Es waren aber beim Bw Bayreuth einige Loks der BR 64 beheimatet gewesen, auch beim Bw Hof (bis 1976 noch zur BD Regensburg gehörig) waren 64er stationiert. Zumindest wäre es sicher ein hübsches Bild gewesen, solch einen typischen Gefreeser Zug mit einer 64 zu erleben...

Zugminiaturen
Eine 64 mit einem Güterzug, schade das es kein einziges Bild vom Einsatz dieser Lokbaureihe auf der
Gefreeser Strecke gibt...

Mitte der sechziger Jahre endete die Dampflokzeit auf der Strecke Falls - Gefrees. Es kamen nun V60 und Köf III zum Einsatz. Nur noch bei Sonderfahrten sollten wieder Dampfloks auf die Strecke kommen, so 50 622, wie auch die 86 457 im Jahre 1993, wie anhand des Bildmaterials aus Gefrees ersichtlich. Der Lokschuppen in Gefrees wurde schon sehr früh Mitte der fünfziger Jahre auf den Diesellokbetrieb umgerüstet, ein Kohlenbansen und all die anderen nötigen Utensilien zum Dampfbetrieb waren nun weitgehend überflüssig geworden. Ab Mitte der sechziger Jahre dürfte im kleinen Bw in Gefrees kaum noch etwas an die Dampflokzeit erinnert haben.

86er in Gefrees 86er in Gefrees 86er in Gefrees
86 457 in Gefrees
Foto von Frank Opitz
Anklicken für großes Bild
86 457 hat abgekuppelt
Foto von Frank Opitz
Anklicken für großes Bild
Aufschrift der 86 457
Foto von Frank Opitz
Anklicken für großes Bild
 
86er in Gefrees 86er in Gefrees 86 457
Abschiedsaufschrift
Foto von Frank Opitz
Anklicken für großes Bild
86 457 verläßt den Bf. Gefrees
Foto von Frank Opitz
Anklicken für großes Bild
86 457 im Mai 1993
Foto von Frank Opitz
Anklicken für großes Bild

Das gehörte mit zu den Rationalisierungsmaßnahmen der DB, die das Bw Neuenmarkt- Wirsberg vom eigenständigen Bw zur Bw Außenstelle herabstufen wollte (so geschehen im Juli 1956), was eben auch die Auflösung der Lokstationen der Nebenbahnendbahnhöfe bedeutete und damit zumeist die Umstellung auf Dieselbetrieb - wie in Gefrees ab 1955. Die Strecke nach Gefrees gehörte mit zu den am frühesten verdieselten Nebenstrecken in Franken. Freilich gehörte auch nicht allzu viel dazu, denn es war ja immer nur ein Fahrzeug regulär auf der Strecke eingesetzt. Bemerkenswert ist vielleicht noch, daß die Dampflokomotiven aufgrund des Gefälles zwischen Falls und Streitau in der Regel mit dem Tender voran in Richtung Gefrees eingesetzt wurden.

Weiter geht es im nächsten Teil: Lokomotiven und Wagen zur Diesellokzeit

Diese Seite ist Teil der Webseite www.lokalbahn-reminiszenzen.de