Die Zeit der Königlich Bayerischen
Staatseisenbahnen und der Deutschen Reichsbahn
Gesellschaft :
Um 1905 herum jedoch kamen dann die Vorläufer
des "Glaskastens", die MtL 2/2 zum Zuge, die
wiederum von den PtL 2/2 ohne Blindwelle (später 98.3)
abgelöst wurden. Diese neuen kleinen Lokomotiven
erlaubten es den Zug mit nur zwei Mann zu fahren, einen
Lokführer und einen Zugbegleiter. Die bay. Staatsbahn
bemühte sich auch schon damals Kosten einzusparen und
den Betrieb zu rationalisieren, gerade weil die Gefreeser
Strecke keine kostendeckenden Ergebnisse einfuhr.
Diese Loks waren 50 km/h schnell und hatten 210
PS zu bieten, sie sind nur knapp 7 m kurz und wurden
erstmals 1905 erbaut. Bis Mitte der dreißiger Jahre
waren die "Glaskästen" auf der Strecke im
Einsatz (im wechsel mit der 98.4-5) bevor dann die 98. 4-5
wieder allein den Betrieb nach Gefrees übernahm. Für
Gefrees nachgewiesen ist die 98 314, eine Lok ohne
Blindwelle, die 1927, 1930 und 1935 in der Lokstation
Gefrees untergestellt war. Eine Lok dieser Bauart
entgleiste einmal bei Streitau, dem größten Unfall auf
dem Bockela. Die Lok hatte sich in abwesenheit des
Lokführers selbsständig gemacht.
Bis 1905 - also in den ersten paar Jahren sind vermutlich Personenwagen der Bauart CL mit 12 schmalen Fenstern und einer Länge von gut 12 m unterwegs gewesen. Sozusagen die Urahnen der nachfolgenden Lokalbahnpersonenwagen und erstmals erbaut 1891. Die Personenwagen ab 1905 sind kleine zweiachsige Wagen der Bauart BCL und CL gewesen die ab 1905 gebaut wurden und nur rund 9 m lang waren. Sie hatten 4 Fenster auf jeder Seite und offene Wagenübergänge. Dazu gab es noch einen Packwagen GwL, auch rund 9 m lang und evtl. auch auf dieser Strecke den PwPostL, auch der gute 9 m lang. Diese Wagen bestimmten über lange Zeit das Bild der Lokalbahn.
Die Zeit der Deutschen Bundesbahn
: Ab 1950 oder 1951 wurden diese durch die
wesentlich stärkeren Loks der Baureihe 98.11 (GtL 4/5)
ersetzt, aber nicht weil die Zuglasten sich erhöht
hätten, sondern weil die 98.4-5 ausgemustert wurden, bzw.
in andere BW`s versetzt wurden. Das Bw Bayreuth bzw. die
damalige Bw Außenstelle Neuenmarkt- Wirsberg
verzeichneten 1958 nur noch V20 und 98.11 im Bestand. Die
GtL 4/5 wurden ab 1934 aus den GtL 4/4 umgebaut und
erhielten eine zusätzliche Laufachse was die
Streckenhöchstgeschwindigkeit von ursprünglich 40 auf
dann 55 km/h erhöhte. Die Loks waren ca. 10 m lang und
boten 450 PS. Womit sie den Zuglasten der Strecke allemal
gewachsen waren. Vermerkt für Neuenmarkt- Wirsberg waren
seit 1947 u.a. : 98 1103, 98 1104, 98 1106, 98 1109, 98
1110, 98 1114 und 98 1129. Ab 1955 war diese Lokbaureihe
nicht mehr im Bw Neuenmarkt- Wirsberg beheimatet, sondern
im Bw Bayreuth. Dort waren 1958 folgende Lok notiert : 98
1104, 98 1113, 98 1116, 98 1119, 98 1121, 98 1123 bis 98
1129.
In
den Jahren nachdem auf der Strecke Falls - Gefrees
planmäßig eine Diesellok eingesetzt wurde kam es aber
gelegentlich auch weiterhin zum Einsatz einer Dampflok,
nämlich wenn die Diesellok zu Fristarbeiten im Bw weilte
oder aus anderen Gründen nicht einsatzfähig war. Dies
war bis in die sechziger Jahre in erster Linie die 98.11
des Bw Bayreuth, bzw. der Bw Außenstelle Neuenmarkt-
Wirsberg. Fotobelege dieser Lokbaureihe auf der Gefreeser
Strecke sind selten, drum freue ich mich umsomehr über
das obige Bild von Robert Zintl. Aber es soll auch
manchmal zum Einsatz einer Lok der Baureihe 64 gekommen
sein, allerdings wenn überhaupt dann nur sehr selten.
Fotobelege für diesen Einsatz habe ich bislang
jedenfalls noch nicht gesehen. Es waren aber beim Bw
Bayreuth einige Loks der BR 64 beheimatet gewesen, auch
beim Bw Hof (bis 1976 noch zur BD Regensburg gehörig)
waren 64er stationiert. Zumindest wäre es sicher ein
hübsches Bild gewesen, solch einen typischen Gefreeser
Zug mit einer 64 zu erleben...
Mitte der sechziger Jahre endete die Dampflokzeit
auf der Strecke Falls - Gefrees. Es kamen nun V60 und
Köf III zum Einsatz. Nur noch bei Sonderfahrten sollten
wieder Dampfloks auf die Strecke kommen, so 50 622, wie
auch die 86 457 im Jahre 1993, wie anhand des
Bildmaterials aus Gefrees ersichtlich. Der Lokschuppen in
Gefrees wurde schon sehr früh Mitte der fünfziger Jahre
auf den Diesellokbetrieb umgerüstet, ein Kohlenbansen
und all die anderen nötigen Utensilien zum Dampfbetrieb
waren nun weitgehend überflüssig geworden. Ab Mitte der
sechziger Jahre dürfte im kleinen Bw in Gefrees kaum
noch etwas an die Dampflokzeit erinnert haben.
Das gehörte mit zu den Rationalisierungsmaßnahmen der DB, die das Bw Neuenmarkt- Wirsberg vom eigenständigen Bw zur Bw Außenstelle herabstufen wollte (so geschehen im Juli 1956), was eben auch die Auflösung der Lokstationen der Nebenbahnendbahnhöfe bedeutete und damit zumeist die Umstellung auf Dieselbetrieb - wie in Gefrees ab 1955. Die Strecke nach Gefrees gehörte mit zu den am frühesten verdieselten Nebenstrecken in Franken. Freilich gehörte auch nicht allzu viel dazu, denn es war ja immer nur ein Fahrzeug regulär auf der Strecke eingesetzt. Bemerkenswert ist vielleicht noch, daß die Dampflokomotiven aufgrund des Gefälles zwischen Falls und Streitau in der Regel mit dem Tender voran in Richtung Gefrees eingesetzt wurden. Weiter geht es im nächsten Teil: Lokomotiven und Wagen zur Diesellokzeit Diese Seite ist Teil der Webseite www.lokalbahn-reminiszenzen.de |
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