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Lokomotiven und Wagen der Lokalbahn zur Diesellokzeit

Fünfziger bis mitte der sechziger Jahre:
Ab 1955 endete der planmäßige Einsatz von Dampflokomotiven. Es kam eine Diesellok zum Einsatz, die aus ehemaligen militärischen Beständen der Wehrmacht stammte. Diese wurde nach dem Kriege aufgearbeitet und mit anderen Dieselloks ähnlicher Leistung als Baureihe V20 eingeordnet. Es handelte sich hierbei um V20 060, ursprünglich als Baureihe V20 015 bei der Bundesbahn bis zum Umbau 1954 im Einsatz (siehe Bilder unten). Sie wurde 1936 von DWK mit der Fabriknr. 582 erbaut. Die zweiachsige Lok konnte bis zu 55 km/h schnell fahren und brachte 200 PS auf die Schiene. Sie übernahm fortan bis 1965 den Verkehr der Strecke. Damit wurde die Lokalbahn nach Gefrees als eine der ersten Nebenbahnen im Bezirk verdieselt. Die V20 060 kam nach 1965 nach Stuttgart wo sie 1973 ausgemustert wurde. Zu dieser Lok wie auch zu der V36 106, gibt es im Internet eine interessante Webseite. Auf
www.rangierdiesel.de gibt es weitere Informationen zu diesen und anderen Dieselloks.

270 051 in Hamm 270 055 und 270 020 in Hannover  
270 051 in Hamm 1977
Foto von Andreas Schmidt
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Vergleich unterschiedlicher V 20
Foto von Andreas Schmidt
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270 054 in Ludwigshafen  
V20 060 in Stuttgart
Foto von H.J. Obermayer
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V20 054 in Ludwigshafen 1978
Foto von Rolf Köstner
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Auch um diese Zeit dürften die bayerischen Lokalbahnwagen ausgedient haben. Es kam zum Einsatz der "Donnerbüchsen", Einheitspersonenwagen für Nebenbahnen und Personenzüge, die ab anfang der 20er Jahre von der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft gebaut wurden und etwa 14 m lang waren. Der zuletzt eingesetzte Gefreeser Wagen war vermutlich der Bauart Di 26, ist erhalten geblieben und gehört heute dem Bayrischen Localbahn Verein und hatte die Wagennr. 82 777 Nür. Eine Webseite zu den Donnerbüchsen gibt es mittlerweile auch im Netz, die u.a. auch ein Bild des Gefreeser Wagens und eine Typenzeichnung beinhaltet, hier der direkte Link zum Bild des Wagens.

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V20 060 mit einem GmP, eine verbürgte Garnitur um 1958

Manchmal reichten die Zugkräfte der V20 060 (so die genaue Loknr.) nicht aus oder die Lok war zu Fristarbeiten im Heimat- Bw, dann wurde eine V36 eingesetzt, oder es kehrte die 98.11 ersatzweise zurück. Die V36 106 soll jedoch den Oberbau der Strecke ziemlich ramponiert haben so das der Einsatz sich deshalb auf eine kurze Zeit zwischen 1955 und 1956 beschränkte. Nur zu Sonderfahrten kehrte eine Lok dieser Bauart in den achtziger Jahren noch einmal auf die Strecke zurück. Auch soll die Köf II auf der Strecke beobachtet worden sein, ob als Ersatz für die V20, wenn diese ausgefallen war, ist aber unklar.

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V36 106 mit einem Güterzug
 
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Bilder die den Einsatz der Köf II auf der Gefreeser Strecke belegen gibt es nicht, aber trotzdem ein netter Zug...

Mitte sechziger bis frühen siebziger Jahre:
Ab 1965 wurden Diesellok der Baureihe V60 eingesetzt. Die vom Bw Bayreuth aus nach Gefrees eingesetzten V60 waren V60 110, V60 111, V60 112, und V60 120. Auch die Lokalbahnwagen bayerischer Herkunft gab es seit einigen Jahren ja nicht mehr. Nun nahm man in einer "Donnerbüchse" Platz. Stück um Stück verlor die Lokalbahn ihre besonderen Reize. Auch die Fahrgastzahlen gingen mit der zunehmenden "Automobilisierung" spürbar zurück, es reichte ein einzelner Personenwagen. Warum man damals keinen solo fahrenden Schienenbus eingesetzt hat, muß wohl am Güterverkehr gelegen haben, zwei Triebfahrzeuge auf der Strecke einzusetzen wäre zu aufwendig gewesen, denn bei den vorhandenen Steigungen hätte auch ein evtl. eingesetzter Vt 98.9 sicher nicht den Güterverkehr auch nur fallweise mitbewältigen können. Der Pwgs der seit den sechziger Jahren bis 1973 auf dieser Strecke verkehrte war übrigens auch fester Bestandteil des "Bockela" und hatte so seine Eigenheiten (u.a. andere Fensterteilung).

V36 in Nürnberg V60 bei Streitau Steuerwagen VS 145
236 106-1 im Bw Nürnberg- Rbf.
Foto von Rolf Schulze
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Das "Bockela" 1972
Foto von Werner Peterlick
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VS 145 im Bw Neuenmarkt- Wirsberg
Foto von Werner Peterlick
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War die V60 nicht einsatzbereit gab es eine Köf III mit einem ehemaligen vierachsigen Triebwagen- Steuerwagen (VS145 407) als Bockela- Ersatz zu sehen. Dieser Steuerwagen wurde aus dem VT 51000, vorher VT137 056, umgebaut. Zu diesem wie auch anderen Triebwagen gibt es die informative Webseite "roter-brummer.de", darin auch diese Seite zum VT137 056. Diese Kombination aus Köf III oder V60 und vierachsigen Triebwagenanhängern war für die späten 60er und frühen 70er Jahre durchaus typisch und auch auf anderen Nebenbahnen in Bayern anzutreffen. Der Steuerwagen stand auch nach seiner aktiven Zeit noch einige Jahre im Bw Neuenmarkt, bevor er dann verschrottet wurde.

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Eine Köf III mit dem VS 145 407

Aber die Köf III war auch mit "Donnerbüchse" und Pwgs unterwegs, wie Fotos belegen. Ein paar sehr schöne Fotos sind einmal mehr im Historischen Forum von DSO zu sehen. "heavyduty" zeigt dort Farbbilder von 1966 mit einer Köf III und Donnerbüchse sowohl in Gefrees wie auch im Bf. Falls. Nebenbei sind dort auch weitere Bilder mit der V60 auf dem Bockela zu sehen! Auch die Köf II soll hier übrigens im Einsatz gewesen sein. Wohl wegen der Neigungsverhältnisse der Strecke kam sie aber nur vorübergehend zum Einsatz. Natürlich gab auch die V100 auf der Strecke ihre Gastspiele. Sie war ersatzweise für die V60 vereinzelt vor der Donnerbüchse zu sehen.

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Ein andermal ist die Köf III nur mit dem Bi 82 777 Nür unterwegs
 
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Natürlich bewältigte die Köf III auch den Güterverkehr
 
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Auch solche Kurzzüge mit einer V100.10 (ab 1968 = 211) gab es

Ersatzweise war auch die V45 005 (siehe Bild unten) auf der Strecke unterwegs, u.a. mit zwei alten vierachsigen Reisezugwagen. Wobei die Garnitur mit den zwei E30 Reisezugwagen zwar verbürgt ist, aber wohl nicht unbedingt regelmäßig verkehrte. Die V45 wurde 1956 von den Eisenbahnen des Saarlandes in Betrieb gestellt, war 9,30m lang und 50 Km/h schnell bei 400 PS. Es gab nur 10 Maschinen, davon war die V45 005 eine der beiden Loks die noch die siebziger Jahre im Einsatz erlebten. Die V45 005 war aber wohl die einzige Lok die im Reisezugverkehr eingesetzt wurde. Beliebt wird sie bei den Anwohnern wegen ihres Lärmpegels jedenfalls nicht gerade gewesen sein.

V45 Bw Bayreuth V45 in Falls  
V45 005 im Bw Bayreuth
Foto von Rolf Köstner
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V45 005 1973 im Bahnhof Falls
Foto von H. Reike
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V45 005 mit zwei Reisezugwagen älteren Datums, diese Garnitur ist verbürgt...
 
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Das "normale" Zuggeschäft erledigte die V45 auch

In dem letzten Jahr fuhr dann doch auch ein Vt 95.9 ohne Beiwagen an den Wochenenden auf der Strecke (der Güterverkehr ruhte dann ja). Mittlerweile war aber die V60 mit ihrer "Donnerbüchse" richtiggehend berühmt geworden. Anfang der siebziger Jahre sind einige Eisenbahnfreunde auf diese Strecke aufmerksam geworden, "Donnerbüchsen" im regulären Reisezugeinsatz - wo gab es das sonst noch zu sehen. Und eine V60 als planmäßige Zuglok war auch nicht oft anzutreffen. Übrigens hatte diese "Donnerbüchse" einen eigenen Kohleofen da die V60 über keine Heizeinrichtung verfügte, ebenso wie die V20 060 übrigens. Ein paar Fotos der Donnerbüchse kann man hier im verlinkten Beitrag des HiFo von DSO ganz unten am Ende des Beitrages sehen, darunter auch ein Foto vom inneren des Wagens mit dem Ofen!

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Ohne Beiwagen unterwegs nach Gefrees ist der Vt 95

Manchmal wurden auch B3yg - Pärchen eingesetzt, aber eher selten. Dies war sicherlich das Modernste was die Lokalbahn an Reisezugwagen im Planeinsatz zu ihrer Zeit erlebte. Ein Gastspiel gab auch der Vt 24, der für eine Ausflugsfahrt der Gefreeser Schule einmal in Gefrees eingesetzt wurde. Auch andere Fahrzeuge kamen per Sonderfahrt in den letzten Jahren der Strecke nach Gefrees, so auch ein Vt 628 als eines der letzten Fahrzeuge überhaupt...

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Nur aus der letzten Zeit bekannt und eher selten - eine V60 mit einem Umbauwagenpäärchen

Siebziger, achtziger und neunziger Jahre:
Nach Einstellung des Reisezugverkehrs im Sept. 1973 kamen neben der V60 auch V100 (vom Bw Hof) vor Übergabezügen zum Einsatz. Zwei bis dreimal die Woche rollten noch Güterzüge auf der Strecke. Einen sehr schönen und sehenswerten Bildbericht über die V100 in Gefrees mit entsprechenden Fotos von Gerd Hutschreuther gibt es bei
Drehscheibe-Online im HiFo zu sehen unter dem Titel: Nebenbahnidylle im Fichtelgebirge 1986! Zuletzt aber verkehrten wieder V60 (Baureihe 360) nach Gefrees wie man auch im verlinkten, 1990 entstandenem schönen Bildbeitrag von Rainer Güttler im HiFo bei DSO sehen kann und brachten bzw. holten Güterwagen vorwiegend für den Raiffeisenlageranschluß. Das die Bahn noch 20 Jahre lang nach Stillegung des Reisezugverkehrs 1973 im Güterverkehr betrieben wurde zeugt von einigem Frachtaufkommen. Oder sollte es etwa nur die relative Nähe zur Grenze der DDR, sprich die "Zonenrandgebietsförderung" gewesen sein die dieser Strecke ein noch früheres Ende ersparte ?

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Nicht ungezeigt bleiben soll hier auch der Unkrautvernichtungszug (welch ein Wort !), der einmal jährlich nach Gefrees kam. In den achtziger Jahren mit einer V100 und bestehend aus 5 Wagen, davon drei Kesselwagen. Und - last, but not least - gab es, wenn zuviel Schnee fiel auch noch einen Klimaschneepflug, der in Neuenmark- Wirsberg stationiert war und bei Bedarf ebenfalls (u.a.) von einer V100 bewegt wurde.

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Der Unkrautzug kam jährlich, in den achtzigern mit V100, hier ohne den dritten Tankwagen gezeigt...
 
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Im Winter wurde der Schneepflug immer wieder benötigt, er wurde zu Gefreeser Zeiten oft von V100 geschoben

Gestellt wurden die Lokomotiven vom Bw Neuenmarkt- Wirsberg, bzw. nachdem dies aufgelöst worden war, ab 1956 vom Bw Bayreuth, seit 1982 vom nunmehr zuständigen Bw Hof. Die hier eingesetzten Diesellokomotiven wurden übrigens über einige Jahre lang in Gefrees betankt wobei der Kraftstoff vom Bw Neuenmarkt- Wirsberg aus in Kanistern mitgebracht wurde. Spätestens ab 1973 ist dies aber nicht mehr vorgekommen.

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V100 ober 211er befuhren einige Jahre lang die Strecke mit Übergabegüterzügen. Übrigens ist der vorletzte Wagen dieses Zuges auch so ein spezieller Gefreeser Fall: Ein Rungenwagen (Rlmms 58 ?) mit aufgeplanzten Rungen und Drahtverkleidung rundum. Mit diesem Wagen wurden Brikett befördert...
 
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V60 oder besser 360er (weil inzwischen als Kleinloks eingereiht) hatten jedoch zum Schluß in Gefrees das
Regiment zurückgewonnen. Hier eine ladung Düngemittel für Raiffeisen, wie sehr häufig in den letzten
Jahren der Bahn das bevorzugte Ladegut...

Dies ist nur ein kleiner und sicher nicht vollständiger Überblick der auf der Lokalbahn verkehrenden Triebfahrzeuge und Wagen gewesen. Die Zuggarnituren sind nicht in jedem Fall vom Vorbild abgeschaut, sondern sollen lediglich in etwa ein Bild vermitteln wie die Züge aussahen. Es kann also sein, daß der eine oder andere Wagen o.ä. nicht 100% stimmt. Es gab sicher noch viele andere Garnituren von denen niemand etwas weiß und die darum vergessen sind. Für den Einsatz im Modell kann man sich durchaus noch vielerlei vorstellen....
Danke an alle Autoren der kleinen Lok- und Wagengrafiken, die mir diese Darstellung möglich gemacht haben. Einige habe ich allerdings auch selber abgewandelt.

Weiter geht es im nächsten Teil: Die Umsetzung in eine Modellbahn

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