Der Bahnhof Falls Nun also zur Beschreibung der Nebenbahnstrecke
selber, die im Bahnhof Falls ihren Ausgang nahm. Der
Bahnhof liegt an der 1848 bis 1854 in gesamter Länge
eröffneten Strecke Bamberg - Hof und etwa 12 Km entfernt
von Neuenmarkt- Wirsberg. Dazwischen befinden sich die
"Schiefe Ebene" und der Bahnhof Marktschorgast,
ca. 7 Km entfernt. Unter www.dorfbahnhof.de befindet sich auch eine Seite zum Bf.
Markschorgast. Hier
versammelten sich in den frühen siebziger Jahren immer
wieder zahlreiche Fotografen um die letzten Dampfloks der
Baureihen 01 und 50 auf der "Schiefen Ebene" im
Planeinsatz zu verewigen. Die Bilder auf dieser Seite vom
Bahnhof sind freilich meist sehr viel jünger und sollen
wenigstens einen kleinen Eindruck von dem früheren
Umfang des Bahnhofes vermitteln. Zur Erinnerung an
frühere Glanzzeiten aber erst zwei Bilder von M.
Lohneisen, bzw. von seinem Vater, der auf der Strecke
einst als Dampflokführer Dienst tat und sich 1973 sein
Erinnerungsfoto schoß ...
Der Bahnhof Falls (Gleispläne siehe unten) hatte vor der Eröffnung der Lokalbahn eigentlich nur als Umladestation für Gefrees Bedeutung, wenn es auch einen mehr als 5 Km langen Weg zu Fuß oder per Rad über hügeliges Gelände bedeutete. Später als Abzweigstation für die Lokalbahn gewann die Station Falls natürlich erheblich an wichtigkeit. Der Ort Falls selber besteht nur aus wenigen Häusern und hatte kein erwähnenswertes Verkehrsaufkommen - ohne Gefrees hätte es also keinen Bahnhof Falls gegeben.
So manches Ladegut aus Gefrees wurde damals mit dem Pferdegespann zur Bahn nach Falls gebracht. Anfänglich bestanden die Gleisanlagen nur aus zwei Durchfahrtsgleisen und einer Ausweiche, dem Ladegleis. Später beinhalteten die bescheidenen Bahnhofsanlagen aber ein Landhandelslagerhaus, einen Güterschuppen und in früherer Zeit ein Freiladegleis hinter dem Lagerhaus, bzw. dem Güterschuppen. Die Glanzzeit der Eisenbahn brachte immer mehr Güter auf die Bahn, die Anlagen wuchsen selbst an kleinen Stationen immer weiter, weil auch aus der Umbegung viel Fracht zu den Stationen gebracht oder von hier abgeholt wurde. So auch in Falls, in den zwanziger Jahren erreichte die Station ihre wohl größte Ausdehnung. Betrachtet man alte Bilder dann ist man heute doch erstaunt über die (relative) Größe eines eigentlich unbedeutenden Bahnhofs. Ein weiteres Abstellgleis verlief zwischen Raiffeisenlagerhaus und EG über den Bahnübergang hinaus, wie auf alten Bildern zu sehen und auch im Gleisplan eingezeichnet ist. Wahrscheinlich fungierte es als Schutzgleis. Fraglich ist noch wie die Bedienung von Falls im Güterverkehr zwischen Kriegsende und 1965 ablief. Während der Gleisplan von Falls vor dem Kriege eher auf eine Bedienung von Münchberg aus hindeutete, wurden nach dem Kriege irgendwann weitere Weichen im Bahnhof verbaut (die Weichenverbindungen zwischen den Hauptgleisen vor der EKW rechts und hinter dem Bahnsteig links). Und spätestens seitdem wurde Falls von Neuenmarkt- Wirsberg aus im Güterverkehr bedient. Wer mehr dazu weiß möge sich gerne melden ...
Seit 1972 kam an der Ladestrasse sogar noch ein
Getreidesilo dazu, während der Ladungsverkehr am
Güterschuppen schon dem Ende entgegenlief. Bedeutete die
Grenze zur DDR schon eine erhebliche beschneidung des
Verkehrsaufkommens, tat der Strukturwandel im Verkehr
sein übriges. Ab den sechziger Jahren wurde der Verkehr
in Falls immer weniger und entsprechend nahm auch der
Umfang der (benötigten) Bahnanlagen immer weiter ab.
Durch den Umbau des Bahnhofes konnte man allerdings nun
direkt von Neuenmarkt aus nach Gefrees fahren. Ob dies
auch schon früher möglich war, wäre noch zu klären.
Der vorläufige Endpunkt im Güterverkehr war ende der
achtziger Jahre erreicht, als die DB entschied den
Wagenladungsverkehr in Falls endgültig aufzugeben. Durch
den Wegfall der Lokalbahn nach Gefrees verlor Falls
weiter an Boden. Rationalisierungen taten ein übriges.
Fortan verfielen die Gebäude und nicht mehr benötigten
Gleisanlagen langsam aber sicher ... Ein Bahnübergang trennte die Bahnsteige von den
nachgelagerten Güter und Umsetzgleisen.Die kleine
Straße führte vom Bahnhof zum Ort Falls. Vorbei auch an
dem "Gasthof zur Eisenbahn", in dem bis ende
der fünfziger Jahre so mancher Sommerfrischler Urlaub
machte oder wenigstens eine Stärkung zu sich nahm. Der
Lokalbahnzug wartete auf dem im Gleisplan unterem
Bahnsteiggleis auf seine Fahrgäste. Dort befand sich
auch in den sechziger und siebziger Jahren ein kleiner
Behelfsgüterschuppen der aus einem Wagenkasten eines
ehemaligen Güterwagens bestand und beim Übergangssteg
plaziert war. Das von oder nach Gefrees gehende Stückgut
wurde hier zwischengelagert. Vor dem eingleisigen
Rückbau der Strecke konnte man von der Gefreeser Strecke
aus direkt ohne Sägefahrt in den Bereich der
Güterortsanlage kommen, wie man am Gleisplan erkennen
kann. Mittels mehrerer DKW konnte man damals die
Streckengleise nach Hof überqueren. Was auch heißt,
daß die Gefreeser Zuglok so manche Rangierarbeit in
Falls zu erledigen hatte. Die Bahnsteige bzw. das Empfangsgebäude waren
miteinander per Bahnsteigüberführung verbunden, diese
wurde zur Eröffnung der Lokalbahn 1902 erbaut. Das Eg in
Falls mit seinen Nebengebäuden lag ein klein wenig
abseits und erhöht vom Hausbahnsteig. Dort war auch das
kleine Stellwerk in einem hölzernen Vorbau auf der
Gleisseite des Bahnhofs zu finden. Von hier aus wurden
die ferngestellten Signale, Weichen und Fahrstraßen
bedient und die Schranke im Bahnhofsbereich bekurbelt.
Dies noch bis Juni 1996 als der Bahnhof modernisiert und
reduziert wurde. Danach brauchte es keinen
Fahrdienstleiter oder dergleichen mehr in Falls. Nur noch
einen Schrankenwärter, den Falls war jetzt ein
Haltepunkt mit Schrankenposten. Die Signale waren
natürlich ursprünglich bayrischer Herkunft, erst
später wurden sie gegen solche der Einheitsbauarten
ausgetauscht. Bis auf das Einfahrsignal der Gefreeser
Strecke. Dies blieb bis mitte der siebziger Jahre ein
bayrisches Exemplar. Mehr dazu auch im Kapitel Fahrplan
und Betrieb, Teil 2. Das Bahnsteiggleis der Lokalbahn war übrigens
nicht an die Hauptstreckengleise in Richtung
Marktschorgast angebunden, sondern immer schon nur ein
Stumpfgleis gewesen. Ankommende Züge mußten also stets
zum Umsetzen ins Umfahrgleis zurück gedrückt werden.
Dieses nachgelagertes Umfahrgleis für die Lokalbahn war
wichtig um nicht die Hauptstrecke beim Umsetzen der Lok
zu blockieren. Auch die Güterwagen für Gefrees wurden
hier in den Zug rangiert. Irgendwo im Bahnhofsbereich
muß es auch einen kleinen Kohlevorrat für die Dampfloks
gegeben haben, aber wo ist mir nicht bekannt. Es gab an
der Streckenausfahrt nach Gefrees aber eine Wasserstation,
bzw. einen Brunnen, sogar mit einem kleinen gemauerten
Gebäude aus Stein. Ursprünglich war die gesamte Strecke zwischen
Neuenmarkt- Wirsberg und Hof von beginn an zweigleisig
ausgebaut, wurde aber in den sechziger Jahren
abschnittsweise auf ein Gleis zurückgebaut. Der Rückbau
war Begründet durch die Randlage des Gebietes zur DDR
und dem dadurch verlorengegangenem Verkehrsaufkommen im
Vergleich zur Vorkriegszeit. Die "Schiefe Ebene"
selber blieb übrigens zweigleisig, wahrscheinlich um
Engpässe durch die langsam fahrenden Bergzüge zu
vermeiden. Bei dem Rückbau wurde dem Bf. Falls nunmehr
der Status eines Kreuzungsbahnhofes zuteil, den er erst
1996 wieder verlor. Hier konnten auf dem eingleisigen
Streckenteil Züge kreuzen oder sich überholen, was auch
öfters passierte. Seit dem - bis zum Jahreswechsel 2004/2005 - war
Falls nur noch ein Haltepunkt, alle Nebengleise wurden
ausgebaut, Regionalzüge hielten hier nur noch bei Bedarf.
Einer der damals nur noch ganz wenigen Bedarfshaltepunkte
in Deutschland. Heute ist selbst dies Geschichte, kein
Zug hält mehr in Falls. Zuletzt wurde auch eine moderne
Schrankenanlage eingebaut, sodaß der Schrankenkurbler
überflüssig wurde. Das Stationsgebäude wurde
dementsprechend verkauft. Auch den Übergangssteg gibt es
seit 1998 nicht mehr, immerhin ist er an sicherem Ort
aufbewahrt. Die Zeiten in denen sich der Besucher hier in
die Vergangenheit zurückgesetzt fühlen konnte sind
leider vorbei. Bis in die mitte der neunziger Jahre ging
vom Bahnhof noch so etwas wie eine Faszination aus.
Überbleibsel aus der Vergangenheit und die abgelegene
Lage am Fichtelgebirgsrand machten es möglich. Bilder
von 2003 und 2006 von Johannes D. Faßold zeigen aber wie
auch in Falls Gras über die Eisenbahngeschichte wächst
und die Anlagen - nun nicht mehr gebraucht - abgerissen
wurden oder verfallen. 160 Jahre Eisenbahngeschichte im
Bf. Falls nehmen so ein unschönes Ende. Von hier aus
kann heute niemand mehr so einfach per Bahn die Welt
bereisen ... Damals - bis 1993 - fuhren aber von Falls aus noch die Züge nach Gefrees, passierten den Bahnübergang, dann das Umfahrgleis und schließlich das Einfahrsignal für Züge aus Gefrees. Von der Situation dort an dem Einfahrsignal der Gefreeser Strecke zum Bf. Falls gibt es übrigens im HiFo von DSO einige interessante Fotos! Und damit verließ der Zug den Bahnhof Falls und beginnt eine kurze Streckenfahrt von knapp 5 Kilometern, gut 82 Höhenmetern hinauf und hinunter, über zahllose kleine Bahnübergänge, einen Viadukt, und, und, und ... Weiter geht es im nächsten Teil: Die Strecke zwischen Falls und Gefrees Diese Seite ist Teil der Webseite www.lokalbahn-reminiszenzen.de |