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Der Bahnhof Falls

Nun also zur Beschreibung der Nebenbahnstrecke selber, die im Bahnhof Falls ihren Ausgang nahm. Der Bahnhof liegt an der 1848 bis 1854 in gesamter Länge eröffneten Strecke Bamberg - Hof und etwa 12 Km entfernt von Neuenmarkt- Wirsberg. Dazwischen befinden sich die "Schiefe Ebene" und der Bahnhof Marktschorgast, ca. 7 Km entfernt. Unter www.dorfbahnhof.de befindet sich auch eine Seite zum Bf. Markschorgast. Hier versammelten sich in den frühen siebziger Jahren immer wieder zahlreiche Fotografen um die letzten Dampfloks der Baureihen 01 und 50 auf der "Schiefen Ebene" im Planeinsatz zu verewigen. Die Bilder auf dieser Seite vom Bahnhof sind freilich meist sehr viel jünger und sollen wenigstens einen kleinen Eindruck von dem früheren Umfang des Bahnhofes vermitteln. Zur Erinnerung an frühere Glanzzeiten aber erst zwei Bilder von M. Lohneisen, bzw. von seinem Vater, der auf der Strecke einst als Dampflokführer Dienst tat und sich 1973 sein Erinnerungsfoto schoß ...

01 150 im Bf. Falls 1973 01 150 auf Sonderfahrt 1996  
01 150 im Bahnhof Falls 1973
Foto von Markus Lohneisen
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01 150 - 1997 an gleicher Stelle
Foto von Markus Lohneisen
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Der Bahnhof Falls (Gleispläne siehe unten) hatte vor der Eröffnung der Lokalbahn eigentlich nur als Umladestation für Gefrees Bedeutung, wenn es auch einen mehr als 5 Km langen Weg zu Fuß oder per Rad über hügeliges Gelände bedeutete. Später als Abzweigstation für die Lokalbahn gewann die Station Falls natürlich erheblich an wichtigkeit. Der Ort Falls selber besteht nur aus wenigen Häusern und hatte kein erwähnenswertes Verkehrsaufkommen - ohne Gefrees hätte es also keinen Bahnhof Falls gegeben.

Streckenkarte
Detailkarte des Streckenverlaufes der Lokalbahn

So manches Ladegut aus Gefrees wurde damals mit dem Pferdegespann zur Bahn nach Falls gebracht. Anfänglich bestanden die Gleisanlagen nur aus zwei Durchfahrtsgleisen und einer Ausweiche, dem Ladegleis. Später beinhalteten die bescheidenen Bahnhofsanlagen aber ein Landhandelslagerhaus, einen Güterschuppen und in früherer Zeit ein Freiladegleis hinter dem Lagerhaus, bzw. dem Güterschuppen. Die Glanzzeit der Eisenbahn brachte immer mehr Güter auf die Bahn, die Anlagen wuchsen selbst an kleinen Stationen immer weiter, weil auch aus der Umbegung viel Fracht zu den Stationen gebracht oder von hier abgeholt wurde. So auch in Falls, in den zwanziger Jahren erreichte die Station ihre wohl größte Ausdehnung. Betrachtet man alte Bilder dann ist man heute doch erstaunt über die (relative) Größe eines eigentlich unbedeutenden Bahnhofs. Ein weiteres Abstellgleis verlief zwischen Raiffeisenlagerhaus und EG über den Bahnübergang hinaus, wie auf alten Bildern zu sehen und auch im Gleisplan eingezeichnet ist. Wahrscheinlich fungierte es als Schutzgleis. Fraglich ist noch wie die Bedienung von Falls im Güterverkehr zwischen Kriegsende und 1965 ablief. Während der Gleisplan von Falls vor dem Kriege eher auf eine Bedienung von Münchberg aus hindeutete, wurden nach dem Kriege irgendwann weitere Weichen im Bahnhof verbaut (die Weichenverbindungen zwischen den Hauptgleisen vor der EKW rechts und hinter dem Bahnsteig links). Und spätestens seitdem wurde Falls von Neuenmarkt- Wirsberg aus im Güterverkehr bedient. Wer mehr dazu weiß möge sich gerne melden ...

Gleisplan Falls 50er Jahre
Bahnhof Falls vor dem Streckenrückbau, als die Hauptstrecke noch zweigleisig war, wobei noch Fragen nach dem endgültigem Gleisbild zwischen 1945 und 1965 offen sind ...

Gleisplan Falls 60er Jahre
Der Gleisplan vom Bf. Falls ab Mitte der 60iger Jahre nach dem Rückbau der Gleisanlagen.
So zumindest sah der Bf. Falls in den frühen siebziger Jahren aus...

Seit 1972 kam an der Ladestrasse sogar noch ein Getreidesilo dazu, während der Ladungsverkehr am Güterschuppen schon dem Ende entgegenlief. Bedeutete die Grenze zur DDR schon eine erhebliche beschneidung des Verkehrsaufkommens, tat der Strukturwandel im Verkehr sein übriges. Ab den sechziger Jahren wurde der Verkehr in Falls immer weniger und entsprechend nahm auch der Umfang der (benötigten) Bahnanlagen immer weiter ab. Durch den Umbau des Bahnhofes konnte man allerdings nun direkt von Neuenmarkt aus nach Gefrees fahren. Ob dies auch schon früher möglich war, wäre noch zu klären. Der vorläufige Endpunkt im Güterverkehr war ende der achtziger Jahre erreicht, als die DB entschied den Wagenladungsverkehr in Falls endgültig aufzugeben. Durch den Wegfall der Lokalbahn nach Gefrees verlor Falls weiter an Boden. Rationalisierungen taten ein übriges. Fortan verfielen die Gebäude und nicht mehr benötigten Gleisanlagen langsam aber sicher ...

218 im Winterdienst V200 002 im Bf. Falls 1985
V 218 durcheilt den Hp. Falls
Foto von Günther Seidel
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86 457 mit Sonderzug 1993
Foto von Markus Lohneisen
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V 200 002 im Bahnhof Falls 1985
Foto von Johannes Fein
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V 160 in Falls 614 in Falls Bahnübergang und Straße nach Falls
218 207 mit Eilzug nach Würzburg
Foto von Markus Lohneisen
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Vt 614 Richtung Hof in Falls
Foto von Günther Seidel
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218 420 am Bahnübergang
Foto von Markus Lohneisen
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Ein Bahnübergang trennte die Bahnsteige von den nachgelagerten Güter und Umsetzgleisen.Die kleine Straße führte vom Bahnhof zum Ort Falls. Vorbei auch an dem "Gasthof zur Eisenbahn", in dem bis ende der fünfziger Jahre so mancher Sommerfrischler Urlaub machte oder wenigstens eine Stärkung zu sich nahm. Der Lokalbahnzug wartete auf dem im Gleisplan unterem Bahnsteiggleis auf seine Fahrgäste. Dort befand sich auch in den sechziger und siebziger Jahren ein kleiner Behelfsgüterschuppen der aus einem Wagenkasten eines ehemaligen Güterwagens bestand und beim Übergangssteg plaziert war. Das von oder nach Gefrees gehende Stückgut wurde hier zwischengelagert. Vor dem eingleisigen Rückbau der Strecke konnte man von der Gefreeser Strecke aus direkt ohne Sägefahrt in den Bereich der Güterortsanlage kommen, wie man am Gleisplan erkennen kann. Mittels mehrerer DKW konnte man damals die Streckengleise nach Hof überqueren. Was auch heißt, daß die Gefreeser Zuglok so manche Rangierarbeit in Falls zu erledigen hatte.

Falls 1985 614 in Falls Falls 2006
Buxtehuder Vt auf Sonderfahrt
Foto von Günther Seidel
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Vt 614 in Falls
Foto von Günther Seidel
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Blickrichtung Martschorgast 2006
Foto von Johannes D. Faßold
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Die Bahnsteige bzw. das Empfangsgebäude waren miteinander per Bahnsteigüberführung verbunden, diese wurde zur Eröffnung der Lokalbahn 1902 erbaut. Das Eg in Falls mit seinen Nebengebäuden lag ein klein wenig abseits und erhöht vom Hausbahnsteig. Dort war auch das kleine Stellwerk in einem hölzernen Vorbau auf der Gleisseite des Bahnhofs zu finden. Von hier aus wurden die ferngestellten Signale, Weichen und Fahrstraßen bedient und die Schranke im Bahnhofsbereich bekurbelt. Dies noch bis Juni 1996 als der Bahnhof modernisiert und reduziert wurde. Danach brauchte es keinen Fahrdienstleiter oder dergleichen mehr in Falls. Nur noch einen Schrankenwärter, den Falls war jetzt ein Haltepunkt mit Schrankenposten. Die Signale waren natürlich ursprünglich bayrischer Herkunft, erst später wurden sie gegen solche der Einheitsbauarten ausgetauscht. Bis auf das Einfahrsignal der Gefreeser Strecke. Dies blieb bis mitte der siebziger Jahre ein bayrisches Exemplar. Mehr dazu auch im Kapitel Fahrplan und Betrieb, Teil 2.

Blick auf Eg und Nebengebäude Taigatrommel in Falls 218 in Falls
218 202 in Falls 1994
Foto von Markus Lohneisen
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Taigatrommel im Hp. Falls
Foto von Günther Seidel
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218 hält im Haltepunkt Falls
Foto von Günther Seidel
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Das Bahnsteiggleis der Lokalbahn war übrigens nicht an die Hauptstreckengleise in Richtung Marktschorgast angebunden, sondern immer schon nur ein Stumpfgleis gewesen. Ankommende Züge mußten also stets zum Umsetzen ins Umfahrgleis zurück gedrückt werden. Dieses nachgelagertes Umfahrgleis für die Lokalbahn war wichtig um nicht die Hauptstrecke beim Umsetzen der Lok zu blockieren. Auch die Güterwagen für Gefrees wurden hier in den Zug rangiert. Irgendwo im Bahnhofsbereich muß es auch einen kleinen Kohlevorrat für die Dampfloks gegeben haben, aber wo ist mir nicht bekannt. Es gab an der Streckenausfahrt nach Gefrees aber eine Wasserstation, bzw. einen Brunnen, sogar mit einem kleinen gemauerten Gebäude aus Stein.

V 160 in Falls Vt 614 nach Marktschorgast Ausfahrsignal richtung Stammbach
218 199 im Bf. Falls 1994
Foto von Markus Lohneisen
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614 004 nach Hof
Foto von Markus Lohneisen
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218 420 nach Hof am Ausfahrsignal
Foto von Markus Lohneisen
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Ursprünglich war die gesamte Strecke zwischen Neuenmarkt- Wirsberg und Hof von beginn an zweigleisig ausgebaut, wurde aber in den sechziger Jahren abschnittsweise auf ein Gleis zurückgebaut. Der Rückbau war Begründet durch die Randlage des Gebietes zur DDR und dem dadurch verlorengegangenem Verkehrsaufkommen im Vergleich zur Vorkriegszeit. Die "Schiefe Ebene" selber blieb übrigens zweigleisig, wahrscheinlich um Engpässe durch die langsam fahrenden Bergzüge zu vermeiden. Bei dem Rückbau wurde dem Bf. Falls nunmehr der Status eines Kreuzungsbahnhofes zuteil, den er erst 1996 wieder verlor. Hier konnten auf dem eingleisigen Streckenteil Züge kreuzen oder sich überholen, was auch öfters passierte.

Gütergebäude in Falls Falls 2003 Falls 2006
Blick auf die Gütergebäude 1991
Foto von Frank Opitz
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Derselbe Blick 2003
Foto von Johannes D. Faßold
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Gleiche Perspektive 2006
Foto von Johannes D. Faßold
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Seit dem - bis zum Jahreswechsel 2004/2005 - war Falls nur noch ein Haltepunkt, alle Nebengleise wurden ausgebaut, Regionalzüge hielten hier nur noch bei Bedarf. Einer der damals nur noch ganz wenigen Bedarfshaltepunkte in Deutschland. Heute ist selbst dies Geschichte, kein Zug hält mehr in Falls. Zuletzt wurde auch eine moderne Schrankenanlage eingebaut, sodaß der Schrankenkurbler überflüssig wurde. Das Stationsgebäude wurde dementsprechend verkauft. Auch den Übergangssteg gibt es seit 1998 nicht mehr, immerhin ist er an sicherem Ort aufbewahrt. Die Zeiten in denen sich der Besucher hier in die Vergangenheit zurückgesetzt fühlen konnte sind leider vorbei. Bis in die mitte der neunziger Jahre ging vom Bahnhof noch so etwas wie eine Faszination aus. Überbleibsel aus der Vergangenheit und die abgelegene Lage am Fichtelgebirgsrand machten es möglich. Bilder von 2003 und 2006 von Johannes D. Faßold zeigen aber wie auch in Falls Gras über die Eisenbahngeschichte wächst und die Anlagen - nun nicht mehr gebraucht - abgerissen wurden oder verfallen. 160 Jahre Eisenbahngeschichte im Bf. Falls nehmen so ein unschönes Ende. Von hier aus kann heute niemand mehr so einfach per Bahn die Welt bereisen ...

In Falls Falls 1972 mit V60 Einfahrtsignal Falls
Eine Übergabe kreuzt in Falls
Foto von Günther Seidel
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V 260 112 mit Gmp in Falls
Foto von Axel Johanßen
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Das Einfahrsignal im Bf. Falls
Foto von Frank Opitz
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Damals - bis 1993 - fuhren aber von Falls aus noch die Züge nach Gefrees, passierten den Bahnübergang, dann das Umfahrgleis und schließlich das Einfahrsignal für Züge aus Gefrees. Von der Situation dort an dem Einfahrsignal der Gefreeser Strecke zum Bf. Falls gibt es übrigens im HiFo von DSO einige interessante Fotos! Und damit verließ der Zug den Bahnhof Falls und beginnt eine kurze Streckenfahrt von knapp 5 Kilometern, gut 82 Höhenmetern hinauf und hinunter, über zahllose kleine Bahnübergänge, einen Viadukt, und, und, und ...

Weiter geht es im nächsten Teil: Die Strecke zwischen Falls und Gefrees

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